bAV · Kosten

Was die bAV Arbeitgeber tatsächlich kostet.

Bei der Entgeltumwandlung wird der Pflichtzuschuss meist durch die Sozialabgaben-Ersparnis gegenfinanziert. Bei arbeitgeberfinanzierten Modellen liegen die Kosten anders. Hier eine saubere Trennung.

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15 %
Pflichtzuschuss
auf Entgeltumwandlung — Standardfall
~20 %
SV-Ersparnis
des umgewandelten Beitrags — Arbeitgeberseite
100 %
Betriebsausgabe
bAV-Aufwendungen sind voll absetzbar
Wirtschaftliche Sicht

Welche Kosten wirklich anfallen — und welche nur nominell

  • Die Entgeltumwandlung erzeugt für den Arbeitgeber im Regelfall eine Netto-Ersparnis: SV-Vorteil minus 15 Prozent Pflichtzuschuss bleibt im Plus, sofern der Beschäftigte unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt.
  • Wer rein arbeitgeberfinanzierte bAV einsetzt, hat einen echten Liquiditätsaufwand — vermindert um den Betriebsausgabenabzug von rund 30 Prozent.
  • Hinzu kommen — je nach Durchführungsweg — Beratungs- und Verwaltungskosten, plus Beiträge zum Pensions-Sicherungs-Verein bei Pensionszusage, Unterstützungskasse oder Pensionsfonds.
  • Das größte wirtschaftliche Risiko sitzt nicht in den Beiträgen, sondern in der Einstandspflicht — sie ist unabwälzbar und kann erst bei schiefgelaufenen Konzepten sichtbar werden.
  • Eine moderne Verwaltungsplattform senkt die Prozesskosten substantiell, sobald die Belegschaft eine zweistellige Größenordnung übersteigt.
01Entgeltumwandlung

Wenn der Beitrag aus dem Bruttogehalt fließt

Wandelt der Mitarbeiter Brutto in bAV um, entstehen Arbeitgebern überwiegend indirekte Kosten. Unter der Beitragsbemessungsgrenze ergibt das im Standardfall sogar einen Netto-Vorteil.

Bei der Entgeltumwandlung sinkt das beitragspflichtige Bruttogehalt. Der Arbeitgeber spart entsprechend rund 20 Prozent Sozialabgaben auf den umgewandelten Betrag. Davon wird der gesetzliche Pflichtzuschuss von 15 Prozent an den Arbeitnehmer weitergereicht. In der Summe entsteht — unterhalb der BBG — häufig ein kleines Plus für den Arbeitgeber.

Beispielhafte Wirkung (Werte typisch, nicht repräsentativ)

Konkrete Brutto/Netto-Rechnungen für deine Belegschaft rechnen wir individuell durch — die genauen Werte hängen von Steuerklasse, Krankenversicherungsstatus, Gehaltsniveau und Bundesland ab.Beispieltabelle von Karsten ergänzen wir an dieser Stelle, sobald die Hausnumerik geprüft ist.

Achtung oberhalb der BBG
Bei Beschäftigten oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze entfällt die SV-Ersparnis weitgehend. Der Pflichtzuschuss von 15 Prozent wird dann zu echten Mehrkosten — bei dieser Gruppe lohnt die individuelle Prüfung besonders.
02Unternehmensbeitrag

Wenn der Beitrag vollständig aus dem Unternehmen kommt

Hier ist der Beitrag eine echte Liquiditätsausgabe — wird aber als Betriebsausgabe vollständig steuerlich anerkannt und mindert direkt den zu versteuernden Gewinn.

Der Bruttoaufwand fließt in den Versorgungsvertrag. Über den kombinierten Steuersatz aus Körperschaft- und Gewerbesteuer (zusammen ca. 28–32 %, regional unterschiedlich) reduziert sich der effektive Aufwand entsprechend.

Vereinfachte Rechnung

  • Bruttoaufwand pro Mitarbeiter und Monat: 100 €
  • Steuerersparnis durch Betriebsausgabenabzug (ca. 30 %): 30 €
  • Effektive Nettobelastung: rund 70 € — der Mitarbeiter erhält Versorgung im Wert von 100 €

Eigene Belegschaftsrechnung von Karsten ergänzen wir mit konkreten Zahlen, sobald wir die Mitarbeiter- struktur kennen.

03Beratungsmodell

Honorar oder erfolgsbasiert — die Vergütung der Beratung

Zwei etablierte Modelle stehen zur Wahl. Welches passt, ist weniger eine Kostenfrage als eine Frage danach, wie eng Beratungsleistung an konkrete Vertragsabschlüsse geknüpft sein soll.

Honorarberatung

Direkte Vergütung des Beraters — meist auf Stundenbasis. Typische Spannen liegen zwischen 150 und 300 Euro pro Stunde. Sinnvoll vor allem bei großen Konzepterstellungen, in komplexen Bestandsbereinigungen oder wenn ergänzend Anwalts- und Steuerberatungsleistungen erbracht werden.

Erfolgs- bzw. provisionsbasierte Beratung

Der Beraterertrag wird über die Provisionen der eingerichteten Verträge dargestellt — ohne separate Rechnungsposition. Bei Analyse-Bausteinen für größere Unternehmen sind ergänzende Pauschalen üblich. Im wirtschaftlichen Vergleich häufig günstiger als Honorarmodelle, aber stärker an erfolgreiche Vertragsabschlüsse gekoppelt.

04Verwaltung

Laufende Verwaltungskosten — wo sie entstehen, wo sich sparen lässt

Verwaltung wird unterschätzt: An ihr scheitern viele bAV-Konzepte in der praktischen Umsetzung, weniger an den Beiträgen selbst.

Typische Kostenarten

  • Vertragsführungskosten — Pflege, Korrespondenz, Anpassungen
  • Fondsmanagement-Kosten bei fondsgebundenen Produkten (im Tarif des Versicherers ausgewiesen)
  • Auszahlungskosten — relevant insbesondere bei Pensionszusagen und Unterstützungskassen
  • PSVaG-Beiträge bei Pensionszusage, Unterstützungskasse und Pensionsfonds
  • HR-Aufwand für Datenpflege, Onboarding und Kommunikation
Hebel durch Digitalisierung
Eine moderne Verwaltungsplattform reduziert den Aufwand in HR und Lohnbuchhaltung erfahrungsgemäß um 70–90 Prozent. Das rechnet sich ab einer Belegschaft von etwa 30 Mitarbeitern in der Regel deutlich.
05Wirtschaftliches Risiko

Wo aus Versorgungs­versprechen reale Belastungen werden können

Die wesentlichen Kosten der bAV entstehen nicht im laufenden Beitrag, sondern dann, wenn die Einstandspflicht des Arbeitgebers tatsächlich zieht. Drei Stellschrauben entscheiden, wie groß dieses Risiko bleibt.

Der Arbeitgeber haftet nach § 1 Abs. 1 Satz 3 BetrAVG für die zugesagte Versorgungsleistung — auch dann, wenn ein externer Versorgungsträger die Verträge führt. Drei Faktoren machen aus der Pflicht ein Risiko:

  • Zu hohe Versprechen gegenüber Arbeitnehmern
  • Zu hohes Risiko in der Anlagestrategie
  • Falsch gewählter Durchführungsweg ohne externe Garantie

Insolvenzschutz

  • PSVaG sichert Direktzusagen, Unterstützungskassen und Pensionsfonds im Insolvenzfall des Arbeitgebers — finanziert durch Beiträge der angeschlossenen Unternehmen
  • Protektor sichert Direktversicherungen im Insolvenzfall des Versicherers
  • Beherrschende GGF sind von beiden Systemen nicht erfasst — sie brauchen eine eigene Lösung (Rückdeckung mit Verpfändung, ggf. CTA)
Im Detail

Häufige Fragen zu den bAV-Kosten

Lohnt sich die bAV wirtschaftlich überhaupt für uns als Arbeitgeber?
In der weit überwiegenden Mehrzahl der Konstellationen: ja. Bei reiner Entgeltumwandlung entsteht durch die SV-Ersparnis häufig sogar ein leichter Netto-Vorteil. Bei arbeitgeberfinanzierten Modellen ist der Beitrag eine echte Investition — mit Recruiting-, Bindungs- und Steuereffekt.
Was kostet eine Versorgungs­ordnung im Auftrag?
Stark abhängig von Komplexität und Bestand. Für eine Standard-Versorgungsordnung im Mittelstand fallen typischerweise einige tausend Euro an — meist über einen Mix aus Berater-, Anwalts- und Steuerberatungsleistungen. Bei sauberer Vorbereitung sind die Folgekosten gering.
Müssen wir Beiträge zum Pensions-Sicherungs-Verein zahlen?
Bei Pensionszusage, Unterstützungskasse und Pensionsfonds: ja. Direktversicherungen sind über die Insolvenzsicherung des Versicherers (Protektor) abgesichert und PSVaG-frei.
Wie hoch sind typische Verwaltungskosten pro Mitarbeiter?
Manuell verwaltet schnell mehrere Stunden HR-Arbeit pro Jahr und Mitarbeiter, je nach Komplexität. Digital verwaltet typischerweise nur noch Minuten — bei Plattformen zudem mit fester Kostenstruktur statt variablem Aufwand.
Nächster Schritt

Wir rechnen die bAV-Kosten konkret für dich durch

Im Erstgespräch ordnen wir deine aktuellen Verträge und Konzepte ein, schätzen den realen Verwaltungsaufwand und benennen die wirtschaftlichen Effekte einer geänderten Förderhöhe.